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Alte Dame mit Laptop (c) KNA - OppitzDas gefühlte Alter liegt heute meist zehn Jahre unter dem des tatsächlichen Lebensalters. Bin ich also 52 oder erst 42? Die Werbung suggeriert mir letzteres. Aber ab wann bin ich alt? Welches Bild habe ich von mir, haben andere von mir? Welche Zuschreibungen sind damit verbunden? In den letzten Jahren hatte ich Gelegenheit bestehende Altersbilder zu beschreiben, zu diskutieren und für realistische Altersbilder zu werben. Eine spannende Aufgabe, denn der Blick aufs Alter bestimmt nicht nur unser eigenes Leben.

„Junge Bilder vom Alter“ hieß das Projekt in Nordrhein-Westfalen, an dem sich ältere und jüngere Menschen beteiligten. Darunter waren Seniorenvertreterinnen, Ehrenamtliche, Pädagogen aus Kindertagesstätten, Schulen und Kultureinrichtungen sowie Mitarbeiter in der Seniorenarbeit. Es zeigte sich, dass die eigene Einstellung zum und Auseinandersetzung mit dem Älterwerden wesentlich ist für die Sicht auf die „Anderen“.

Klischees über das Alter aufbrechen 

Eigenschaften wie Innovation und Leistungsbereitschaft werden auf dem Arbeitsmarkt oft den Jüngeren zugesprochen, Erfahrungswissen und Gelassenheit den Älteren. Doch diese Bilder lassen sich aufbrechen, wenn Jung und Alt zusammen arbeiten. So wie in unserem Projekt, bei dem Theaterstücke, Fotos, Bilder, Trickfilme und Videos entstanden. Schüler interviewten Ältere und machten erstaunliche Entdeckungen über deren Biografien und Lebenseinstellungen. Die Zusammenarbeit vor Ort ermöglicht kreative Projekte und eröffnet neue Wege – auch für das Engagement älterer Menschen. So konnten wir zum Beispiel Kindertagesstätten motivieren neue, verantwortungsvolle Rollen für ältere Menschen in den Einrichtungen zuzulassen.

Begegnung ermöglicht einen neuen Blick auf Alte und Junge

Diese Erfahrungen machen deutlich: Wir brauchen Begegnung, damit die Generationen mehr voneinander lernen. „Echte Begegnungen“ tragen dann Früchte, wenn sie von Qualität und Kontinuität geprägt sind. Schulen und andere Bildungseinrichtungen können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Dazu müssen sie sich dem Thema öffnen und in ihrem Umfeld schauen, welche Generationen dort leben, welche Begegnungen möglich sind und welche Erfahrungen vorhanden sind. Es lohnt, das Erfahrungswissen älterer Menschen einzubinden. Durch sie lernen wir auch, genauer auf das Alter zu blicken und weitere Lernmöglichkeiten zu eröffnen.

Jutta Stratmann

Jutta Stratmann

Jutta Stratmann

ist Geschäftsführerin der Fachberatung für Sozialplanung und Bürgerengagement in Dortmund. Die 52-Jährige Soziologin ist als selbstständige Fachberaterin tätig in den Feldern der gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit, der kommunalen Seniorenpolitik sowie des Bürgerengagements. In Kooperation mit dem Forum Seniorenarbeit des Kuratoriums Deutsche Altershilfe leitet sie regionale Workshops zur gemeinwesenorientierten Seniorenarbeit sowie Projekte zum bürgerschaftlichen Engagement älterer Menschen in Nordrhein-Westfalen (EFI, Aktiv im Alter). Sie berät Kommunen, Verbände und Einrichtungen in der Seniorenarbeit und war im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung als Expertin im Projekt „Neues Altern in der Stadt“ tätig.
Alte Menschen sind für mich Expertinnen und Experten fürs Leben, weil sie vielfältige Lebenserfahrungen haben, von denen wir lernen können, wenn wir nur richtig zuhören.

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1 Kommentar zu “Alter – alles eine Frage der Perspektive”

  1. “Echte Begegnungen” sind wichtig um sich kennen zu lernen und um von einander zu lernen,
    - es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen-
    daher freut es mich, dass Sie diese Orte schaffen und lebenslanges Lernen ermöglichen.
    Christine

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