« Mindestlohn in der Pflege löst nicht alles Entsorgte Altlasten oder erfüllter Lebensabend »

Kinder lachen mit einer alten Dame (c) fotoliaIch hatte das große Glück, mit 60 in den Ruhestand gehen zu dürfen. Seitdem sind elf Jahre vergangen, in denen ich alles andere als ruhig war. Mir macht es Freude, für andere etwas tun zu können und für sie da zu sein, deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich. In meinem privaten und beruflichen Leben habe ich viel Gutes und Schönes erfahren. Heute – so hoffe ich – kann ich einiges zurückgeben. Beim ehrenamtlichen Dienst ist es wie in vielen Dingen des Lebens: Der, der es tut, ist der Beschenkte.

Hilfe für die kranke Nachbarin

Ich hatte keine Angehörigen zu pflegen, aber zwei alleinstehende alte Nachbarinnen. Sie freuten sich über meine Besuche. Eine der beiden wurde sehr krank, worauf hin ich mich stark auf die Betreuung dieser Dame konzentrierte. Das ist bis heute so geblieben. Ihre Angehörigen wohnen in Norddeutschland, so dass ich praktisch immer die erste Ansprechpartnerin für diese Frau und ihre Töchter bin, wenn etwas zu regeln ist.

Leihoma für Notsituationen

Gleich nachdem ich in Rente ging, wurde ich von IN VIA gebeten, als ehrenamtliche Rechnungsprüferin für den Förderverein zu kandidieren. Ich wurde gewählt und übe diese Tätigkeit bis heute aus. Nebenbei habe ich mich auch zur Verfügung gestellt, als der Deutscher Caritasverband in der Zentrale ehemalige Mitarbeiterinnen als Leihomas gesucht hat. Wir übernehmen in Notsituationen die Kinderbetreuung. Das mache ich mit großer Freude. Außerdem arbeitete ich vier Jahre ehrenamtlich in der Ferienkinderbetreuung der Caritas mit. 

Marie Luise LandeckMarie-Luise Landeck

ist ehemalige Mitarbeiterin des Fachverbandes – IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit – Deutschland e.V. – in der Zentrale des Deutschen Caritasverband. Die 71-Jährige lebt in Freiburg und engagiert sich ehrenamtlich.
Alte Menschen sind für mich Expertinnen und Experten fürs Leben, weil sie für mich mit ihren reichhaltigen Erfahrungen richtungsweisend für mein eigenes Altwerden sein können.

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1 Kommentar zu “Rente mit 60: Viel zu schade fürs Ausruhen”

  1. Sehr geehrte Frau Landeck,
    ich finde es toll, dass Sie “ältere Menschen” als Experten fürs Leben bezeichnen.
    Schade ist es nur, dass das nicht überall so gesehen wird.
    Wenn bei “Kirchens” die Priester bis 70 arbeiten dürfen, aber schon früher in Rente oder in Pension gehen dürfen, dann sollte das auch bei allen kirchlich tätigen Mitarbeitern der Fall sein.
    Ich bin nicht nur ein erfahrener und “topfiter” Schulleiter einer “G-Schule” beim Caritasverband Speyer und wollte (jetzt 66 Jahre) bis zu meinem 67. Lebensjahr als Schulleiter tätig sein.
    Dies wird mir vom Caritasdirektor mit der Begründung abgelehnt: “Ich möchte die Zukunft der Schule mit einem jungen Schulleiter planen.”
    Wenn man dann Texte liest, wie “Rente mit 60 – viel zu früh zum Ausruhen!” oder “Ich – ein Experte”, dann glaubt man einen falschen Film zu sehen.
    Treten Sie bitte dafür ein, dass das Alter bei Kirchens die erforderliche Wertschätzung erfährt und nicht nur unter dem Aspekt der “Altenhilfe” und “Pflege”, sondern dass der noch jehnseits von von 60 oder 65 Jahren aktiv sein darf, der fit und leistungsfähig ist. Das Privileg der Priester sollte bei Kirchens gleichermaßen Gültigkeit haben.
    Mit herzlichem Gruß
    Albrecht Langenbahn

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