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„Expertin für Sonntagsbraten sucht Zuhörer.“ Mit diesem Spruch warb die Caritas im Jahr 2010 bundesweit für spannende Begegnungen von jungen und alten Menschen. Die Caritas Regensburg nahm den Aufruf wörtlich und hörte den Bewohnern ihrer Alten- und Pflegeheime zu. So hoben die Verantwortlichen kulinarische Schätze und veröffentlichen nun ein Kochbuch mit alten, zum Teil über Generationen hinweg überlieferten Kochrezepten.
Von manchem Rezept, das die Redaktion erreichte, hatte diese vorher noch nie gehört. Beispielsweise von knusprig-süßen „Wickelkindern“, die sich die 96-jährige Lidwina aus Ergoldsbach noch heute gerne mit Puderzucker und Marmelade auf der Zunge zergehen lässt. Dann gab es Rezepte, die zusätzlich ein Stück Lebensgeschichte mitbrachten, zum Beispiel beim Rehbraten, mit dem die 86-jährige Maria, als ehemalige Gastwirtin einst die Jagdgenossen in Riekofen kulinarisch verzauberte. Oder aber der Dauerkuchen, den der Vater eines Altenheimleiters an die Kriegsfront geschickt bekam.

Aus dieser kulinarischen Schatzkiste der Bewohner und Patienten, deren Angehörigen und der Mitarbeitern stellte die Redaktion ein Kochbuch mit Vorspeisen, Hauptgerichten und Desserts zusammen. 52 Rezepte sind in diesem Buch versammelt; eines für jeden Sonntag im Jahr. “Damit wir uns Woche für Woche bewusst machen können, dass das, was bei uns auf den Tisch kommt, deshalb so gut schmeckt, weil uns unsere Mütter und Väter, unsere Omas und Opas gezeigt haben, wie man es richtig zubereitet”, sagt Marcus Weigl von der Caritas in Regensburg.

Ein Auszug aus den Rezepten:

  • Gefüllte Pfannkuchensuppe
  • Böhmischer Sauerbraten
  • Greml-Maultaschen
  • Goasbradl
  • Bruckhölzl mit Kompott
  • Gerl-Omas Dauerkuchen
  • Kartoffel-Rohrnudel-Knedl
  • Wickelkinder
  • Wilde Wachau

Gickerl in Semmelsoße

Rosalie Niedermeier ist 83 Jahre alt, kommt aus Weigendorf und lebt heute im Caritas-Altenheim Geschwister-Lechner-Haus in Vilsbiburg.  Von ihr stammt das Rezept zu den Gickerln in Semmelsoße. Dazu sagt sie: „Diese Art des gebratenen Hähnchens gab es bei uns nur zu festlichen Anlässen. Die Zutaten hatten wir alle aus dem eigenen Garten und aus dem eigenen Stall.“

Zutaten:

  • 1 ganzes Hähnchen
  • Suppengemüse
  • Wasser
  • Pro Esser eine Semmel
  • 1 Bund Petersilie

Zubereitung:

Das Hähnchen waschen, abtupfen und salzen, anschließend mit Suppengemüse füllen. In einer „Reindl“ zusammen mit gewürfelten Zwiebeln ca. 1 1/2 Stunden bei 200 Grad im Rohr braten, zwischendurch immer wieder aufgießen.

Dann das Hähnchen herausnehmen. Drei Semmeln, die wie für Semmelknödel kleingeschnitten wurden, in die beim Braten entstandene Soße einstreuen, mit 500 ml Sahne übergießen und mit 1 Bund feingehackter Petersilie überstreuen. Das ganze wird miteinander vermischt.

Das gebratene Hähnchen wird wieder auf die Semmelmasse gesetzt und noch einmal für 5 Minuten bei 200 Grad im Rohr aufgebraten. Noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann servieren.


Experten für Sonntagsbraten
Ein Jahr kulinarischer Vielfalt aus der Region
Herausgegeben vom Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V.

Erhältlich im Buchhandel für 12,95 Euro.

Caritas-Einrichtungen können sich direkt wenden an:
Caritasverband für die Diözese Regensburg e. V.
Von-der-Tann-Straße 7, 93047 Regensburg
Telefon 09 41/50 21-144
presse@caritas-regensburg.de
www.caritas-regensburg.de

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