Immer wieder tauchen Anti-Aging-Kampagnen in der Werbung auf. Als Alternsforscherin wende ich mich gegen die darin vermittelte Haltung, dass Altern etwas Schlimmes ist, gegen das man angehen muss, das man fürchten muss. Ich bin nicht gegen das Altern, das ich ohnehin nicht verhindern kann und will. Wir sollten ja sagen zum Älterwerden, sollten das Alter annehmen, aber für ein möglichst gesundes und kompetentes Älterwerden sorgen. Dabei ist eines wichtig, auch im Alter noch eine Aufgabe haben, etwas zu tun – für sich und für andere!
Leben ist Lernen, ist Verhaltensänderung aufgrund von Erfahrungen!
Und ein langes Leben bringt viele Erfahrungen mit sich, trägt zur Reife bei, zur Gelassenheit – vielleicht auch zu einer gewissen Abgeklärtheit und Weisheit. Bei manch einem macht sich allerdings Verbitterung breit, vor allem dann, wenn man sich unnütz vorkommt. Doch dagegen kann man angehen.
Spüren wir die Potenziale, die vielen Möglichkeiten, der gewonnenen Jahre auf und nutzen diese! Suchen wir und übernehmen wir unsere Rolle, die nicht sein kann hinter dem Ofen zu sitzen und auf das Ende zu warten oder uns im Konsumrausch zu ergehen. Engagieren wir uns, machen wir mit beim bürgerschaftlichen Engagement!
Ältere Menschen sind wertvolle Ressource für Lebensqualität in den Kommunen
Unsere Gesellschaft braucht heute den Einsatz der Seniorinnen und Senioren in vielen Bereichen des Lebens. Durch diese Aktivitäten ändert sich auch das Altersbild in der Gesellschaft: Anstatt Ältere als Risikofaktoren für die künftige Lebensqualität in den Kommunen zu betrachten, werden sie als wertvolle Ressource geschätzt, die das Zusammenleben aller bereichert. Die Lebenserfahrung und Kompetenz, das Wissen und die Zeit, die viele ältere Menschen (meistens) haben, sind als Chance und Motor für gesellschaftliche Veränderungen zu begreifen.
Deshalb sollten wir alle unser Augenmerk stärker auf die Ressourcen des Alters lenken. Sehen wir nicht nur die Grenzen unseres individuellen Alterns und die unserer alternden Gesellschaft, sondern sehen wir auch die noch verbleibenden Möglichkeiten – und nutzen wir diese: Carpe diem! Auch im hohen Alter ist das Glas nicht halb leer, sondern halb voll!
Prof. Dr. Ursula Lehr
war Bundesfamilienministerin unter Helmut Kohl. Die Psychologie-Professorin gründete 1986 das Institut für Gerontologie (IfG) der Universität Heidelberg. In diesem Jahr feiert sie ihren 80. Geburtstag.
Alte Menschen sind für mich Experten fürs Leben, weil sie im Laufe ihres Lebens mit vielen Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert waren und diese gemeistert haben; sie haben gelernt, mit Belastungssituationen umzugehen und auch schwierigen Situationen positive Seiten abzugewinnen.














Leider habe ich, 62 Jahre alt einen großen Fehler gemacht. Ich bin hierher nach Solingen gezogen. Trotzdem ich mich qualifiziert genug finde (habe folgende Berufe mit Abschluß: Dekorateurin, Porzellanmalerin, Computergrafikerin, habe im Textil- und Lebensmittelhandel gearbeitet, auch sonst jede Arbeit und Aushilfsjobs angenommen, habe in vielen Ehrenämtern gearbeitet und bin auch noch aktiv), trotz umfangreichen Bewerbungen habe ich hier keine Arbeit gefunden und bin dadurch mit HartzIV ins soziale Abseits gerutscht. Ich lebe hier nur noch für eine viel zu teure Wohnung. Kann mir nur das lebensnotwendige leisten. Ich würde gern wieder in meine Heimat ziehen, wo ich wenigstens Leute kenne und dadurch menschlichen Kontakt hätte. Durch meine finanzielle Situation ist das mir nicht möglich! Ich denke oft, was soll ich noch auf dieser Welt?