Warum ich Altenpflegerin werde? Sicher nicht wegen der Bezahlung, denn damit lassen sich keine Reichtümer anhäufen. Der Beruf ist auch nicht leicht, denn ohne medizinisches und pflegerisches Wissen geht bei uns nichts – auch der Zeitdruck ist enorm. Es sind die alten Menschen, die mich begeistern und motivieren.
Ich mag es, wie sie auf mich zugehen, wie sie von früher erzählen, sich über ein wenig Zuwendung freuen und für jedes Gespräch dankbar sind. Das gilt auch für die meisten, die auf Pflege angewiesen sind. Ein wohlwollend gemeinter Händedruck, ein kleines Lächeln – diese Wertschätzung ist der etwas andere Lohn für meine Arbeit.
Pflegen kann eben nicht jeder
Die Altenpflege hat leider keine besonders gute Lobby. Zeitdruck, Geldmangel, zahlreiche Konfliktsituationen, negative Schlagzeilen – wenig Akzeptanz und ein geringes Renommee in der Bevölkerung sind die Folgen. Vielleicht liegt das daran, dass den meisten nicht klar ist, was es heißt in diesem Beruf zu arbeiten. Äußerungen wie „Pflegen kann jeder“ nerven mich.
Zeitdruck ist das größte Problem in der Altenpflege
Die größte Herausforderung ist für mich, dass sich in der Pflege alles um Zeit dreht! Unter dem Druck ist es nicht einfach, jeden Menschen als Individuum zu sehen und entsprechend auf ihn einzugehen. Dabei ist ja die aktivierende Pflege mein Ziel. Wir wollen die alten Menschen anleiten, so viel wie möglich alleine zu schaffen, damit sie ihre Würde und ihr Selbstwertgefühl erhalten.
Ich arbeite mit Menschen – nicht mit einer Ware
„Satt, sauber und trocken“ ist für mich kein Arbeitsmotto. Ich arbeite mit Menschen – nicht mit einer austauschbaren Ware. Ich möchte den alten Menschen aufmerksam, wertschätzend und echt gegenübertreten. Ich will verstehen, was sie bewegt. Das haben sie verdient. Dabei kommt mir immer wieder das Zitat der französischen Schauspielerin Jeanne Moreau in den Sinn: „Alternde Menschen sind wie Museen: Nicht auf die Fassade kommt es an, sondern auf die Schätze im Innern.“
Andrea Buckers
lebt in Essen und ist 46 Jahre alt. Derzeit macht sie eine Ausbildung zur Altenpflegerin an der Katholischen Schule für Pflegeberufe in Essen. Sie arbeitet beim Seniorenstift St. Andreas in Essen.
Alte Menschen sind für mich Expertinnen und Experten fürs Leben, weil man von ihnen sehr viel lernen kann. Sie sind unbedingt ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft und sollten entsprechende Wertschätzung erfahren.















Liebe Andrea,
Ich bin sehr froh darüber, dass einmal ausgesprochen wird, was ich jeden Tag denke. Du sprichst mir aus der Seele sozusagen. Ich freu mich über dein Engagement und über deine Offenheit.
Vielen Dank!
Der Zeitdruck ist wirklich die größte Herausvorderung um nicht “Proble” zu sagen. Um die älteren Menschen zu verstehen und auf die Bedürfnisse einzugehen braucht es Zeit und Zuwendung. Dies kann in einem Altenheim, in der häuslichen Pflege oder aber in der 24h Betreuung gegeben werden. Aber wie gesagt, das ist die Herausforderung.
Meine Mutter liebt ihren Job als Altenpflegerin immer noch, auch wenn die Zeit für die Betreuung immer knapper wird, da pro Schicht mehr Menschen zu betreuen sind.
Somit: Nehmt Euch Zeit !
Vor einigen Monaten wurden wir auch ziemlich plötzlich mit der Situation Altenheim konfrontiert. Nach einem Krankenhausaufenthalt konnte mein Schwiegervater nicht mehr alleine in seiner Wohnung bleiben. Zu uns ziehen wollte er nicht. In ein Altenheim wollte er auch nicht und wir waren auch total dagegen.
Durch einer Kollegin bekam ich die Adresse von Senioren-Pflege24.com. Sie hat bereits seit zwei Jahren von diesem Pflegedienst eine Ganztagsbetreuung.
Mittlerweile haben wir uns auch für diese Lösung entschieden. Mein Schwiegervater und auch wir sind mit den Leistungen mehr als nur zufrieden.
Sehr guter Artikel. Ich arbeite seit Jahren mit Menschen mit Demenz. Ich hadere oft mit den Rahmenbedingungen der Einrichtungen. Ich habe in den Jahren mit der Arbeit mit Menschen mit Demenz ganz viel von diesen liebenswerten Menschen gelernt und möchte diese Zeit nicht missen. Ich werde mich auch weiterhin für unsere Senioren einsetzen gerade für Menschen mit Demenz, damit sie eine würdevolle Begleitung und Pflege erhalten. Sie haben es verdient.
Sehr geehrte Frau Bramigk,
erst einmal möchte ich Sie von Herzen dazu ermuntern den Beruf zur examinierten Altenpflegerin zu erlernen. Die Altenpflege ist ein Arbeitsfeld mit Zukunft, schon heute wird in vielen Regionen intensiv nach qualifizierten Kräften gesucht. Gerade der Bereich der Altenpflege profitiert von Menschen, die bereits anderweitige Berufs- und vor allem Lebenserfahrung mitbringen. Sie sehen ja an der Autorin des Artikels, dass auch diese sich in ähnlichem Alter für das Erlernen dieses Berufs entschieden hat. Ihre Berufsaussichten sind sehr gut, ihre persönliche und fachliche Eingnung vorausgesetzt.
Ich würde Ihnen im Vorfeld ihrer Entscheidung eine Ausbildung in der Altenpflege zu machen, zu einem Praktikum in der stationären oder ambulanten Pflege raten. So können Sie selbst Erfahrungen in dem für sie neuen Berufsfeld sammeln und sich ein Feedback von ihrer Praktikumsanleitung erbitten, wie diese ihre Eignung für den Beruf einschätzt.
Wenn Sie es wünschen, dann vermitteln wir Ihnen gerne einen entsprechenden Praktikumsplatz oder auch eine Beratung zu den Möglichkeiten einer Ausbildung in Ihrer Wohnortnähe. Wenden Sie sich also gerne wieder an die Redaktion.
Herzliche Grüße
Anne Helmer
Referentin in der Geschäftsstelle des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland e.V.
Ausbildung zur Altenpflegerin mit 45 Jahren
Bin Fachwirtin im Personal- und Rechnungswesen und gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte. Mit diesen Ausbildungen ursprünglich viele Jahre Betriebsleiterin in der Systemgastronomie inkl. Ausbilder.
Jetzt keine Chance mehr in diesem Beruf Fuß zu fassen. Seit einem Jahr betreue ich ein schwerst körperbehindertes Mädchen. Hier kam mit der Gedanke weiterhin in der Pflege zu arbeiten. Ich möchte nur keine halben Sachen machen und habe jetzt das Angebot bekommen bei der Caritas eine Ausbildung zur Altenpflegerin zu machen. Was könnt ihr mir für Tipps geben. Was kommt auf mich zu mit 45 Jahren, wie sieht die Zukunft aus, nach der Ausbildung.
Bin dankbar für jeden Hinweis.
Ich find es toll, dass du nicht aufgibst.. ja wir haben leider mit vielen erschwerenden Umständen zu kämpfen und immer wieder einzustecken, da wir die Pflege, die wir leisten möchten, nicht leisten können.. Aber, ja du hast Recht.. ein Lächeln, ein Danke, eine Umarmung, ein Augenfunkeln, das ist unser Lohn und das ist unbezahlbar!
Die Arbeit mit alten Menschen kann einen selbst aufbauen da man immer ein direktes Feedback bekommt.
Aber die Arbeit vor allem die aktivierende Pflege wird einem immer wieder erschwert.
Alle Arbeitgeber brüsten sich damit das der alte Mensch im Mittelpunkt steht aber der Faktor Zeit macht alles zunichte.
Ich habe in verschiedenen Altenheimen gearbeitet und mußte mir die Zeit immer “stehlen” !Ich habe auch schon zu Zweit auf einer Station mit ca.30 Schwerstpflegefällen gearbeitet un d die ersten um 16 Uhr zu Bett gebracht um rund zu kommen!
Ich hoffe für die jungen Kollegen und natürlich für alle alten Mitmenschen das sich da was ändert!!!
Uli exam. Krankenpfleger in der Altenpflege 45 J.
Guten Tag
Einen Menschen begleiten in seinem
Lebensherbst, kann etwas ganz wunderbares
sein, so beschreibt Sophie in ihrem Buch.
„ in Würde älter werden „
Im Magazin der Alzheimervereinigung Schweiz
( Leben mit Demenz ) vom April wird das Buch
gerade vorgestellt.
Freundlichst
K. Portmann
http://www.lebensherbst.ch
Vielen Dank Andrea für diese tollen Worte!Du hast es auf den Punkt gebracht
Das der Zeitdruck das größte Problem in der Altenpflege ist kann jede Pflegekraft bestätigen, einen Vorteil gegenüber der Alten-und Seniorenheime hat zumindest die ambulante Pflege, welche von Anfang an mehr Zeit für die Patienten einplant. Ältere Menschen bauchen ja nicht nur Hilfe bei der Morgendlichen Versorgung und den Mahlzeiten, Zuwendung und Aufmerksamkeit sind ebenso wichtig wie eine helfende Hand die den Alltag erleichtert. Betreutes Wohnen ist also in vielerlei Hinsicht besser für pflegebedürftige Menschen.
Toll Andrea, ja alte Menschen brauchen Zuneigung
und haben Anspruch auf ein bißchen Menschlichkeit.
Weiter so. Meine Tochter Sabine hat auch eine Ausbildung mit 39 begonnen und ist heute examinierte Krankenschwester. Man muss einfach die Liebe zum Menschen haben.
Weiter so.Heidi Christoph Esdar
Total Klasse und deutlich beschrieben. Besser geht es nicht. Danke!
Liebe Andrea Buckers,
schön geschrieben!
Nicht aufgeben… es lohnt sich!