Seit Ende 2009 werden auch in Bayern die Bewertungen der Pflegequalität des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in der stationären Altenhilfe veröffentlicht. Eine Notenskala von eins bis fünf soll deutlich machen, in welchen Bereichen sehr gute bis mangelhafte Leistungen erbracht werden. Wir erleben allerdings, dass die Ergebnisse der Transparenzberichte nicht immer die tatsächliche Lebens- und Pflegequalität abbilden, die den Bewohnern in den Caritaseinrichtungen zuteil wird.
Die bereits geprüften Träger- und Mitgliedseinrichtungen des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising bewegen sich innerhalb einer Bandbreite von 1,2 bis 3,2. In dieser Gesamtnote werden die Einzelnoten für die Qualitätsbereiche Pflege und medizinische Versorgung, Umgang mit demenzkranken Bewohnern, Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene gebündelt. Die Noten für diese Bereiche setzten sich wiederum aus Teilnoten einzelner Kriterien zusammen. Die Befragung der Bewohner wird separat aufgeführt. Im Bereich Pflege und medizinische Versorgung erhielten jüngst einzelne Heime neben guten Noten auch Teilnoten von 4,1 bis 5,0.
Pflege braucht Transparenz
Obwohl bereits vor Veröffentlichung der Prüfergebnisse zum Teil berechtigte fachliche Kritik von Pflegewissenschaftlern am Bewertungssystem selbst geübt wurde, befürworten wir ausdrücklich die Möglichkeit zur Darstellung und Veröffentlichung der Qualität unserer Einrichtungen aus Gründen der Transparenz. Die Ergebnisse bilden alllerdings nicht immer die tatsächliche Lebens- und Pflegequalität ab: Das hohe Maß an Zufriedenheit und Wohlbefinden der Bewohner, die positive Resonanz der Angehörigen und das gute Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern beweist die erfolgreiche, tägliche professionelle Umsetzung bedarfsgerechter Leistungen in Pflege und Betreuung. Gerade diese Beziehungsqualität „von Mensch zu Mensch“, die Verbindung von „professionell und ganz persönlich“ ist für ein Haus der Caritas von großer Bedeutung und trägt zum guten Ruf bei.
Altenheime müssen ihre Hausaufgaben machen
Dennoch weisen schlechte Zensuren auch auf ein Verbesserungspotenzial hin, welches sich in unseren Altenheimen insbesondere auf die Pflegeprozessplanung und -dokumentation bezieht. Besonders die schriftliche Darlegung, welche pflegerischen Maßnahmen im Einzelnen durchgeführt beziehungsweise geplant werden, erfolgt in einigen Einrichtungen derzeit noch nicht vollständig und entspricht somit weder den Anforderungen der MDK-Prüfkriterien noch unseren eigenen Qualitätsmaßstäben.
Unterfinanzierung der Altenhilfe verhindert bessere Noten
Gänzlich unberücksichtigt bleiben beispielsweise Aspekte wie die tarifliche Vergütung der Mitarbeitenden, weitgehend fest angestelltes Personal in der Hauswirtschaft, umfangreiche Angebote zur Aus- und Weiterbildung oder die Einbindung von Haus und Bewohnern in das kirchliche und gesellschaftliche Leben vor Ort. Schlechte Bewertungsergebnisse sind zwar zunächst Anlass für „interne Hausaufgaben“ der Träger, sehr oft aber auch Resultat einer strukturellen Unterfinanzierung einer menschengerechten und qualitativ hochwertigen Pflege und Betreuung. Der Pflege-TÜV ist also nicht zuletzt auch eine Mahnung an die Politik.
Prälat Hans Lindenberger
ist seit 2003 Caritasdirektor im Diözesan-Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. Zuvor war der 61-Jährige acht Jahre Diözesanjugendpfarrer und 13 Jahre Pfarrer in der Gemeinde St. Martin/München.
Alte Menschen sind für mich Experten fürs Leben, weil Sie einen großen Erfahrungsschatz in sich tragen.
Pressemeldung der Caritas Münster: Prüfkatalog mit “heißer Nadel” gestrickt













Bisher habe ich vom MDK nur falsche Gutachten erhalten, die alle vorm Sozialgericht korrigiert wurden. Daher würde ich für ein Gutachten vom MDK nicht einmal den Papierwert einsetzen, die die Gutachter nicht die eigenen Begutachtungsrichtlinien kennen oder einhalten und somit ein Gutachter das vorherige Gutachten nicht nachvollziehen konnte.
Die Qualifikation der MDK-Gutachter ist bedauerlicherweise so minderwertig, dass eine Bezeichnung wie TÜV sicher nicht zutreffen kann.
So ganz weiß ich irgendwie immer noch nicht, was ich wirklich vom Pflegetüv halten soll. Einerseits finde ich sehr gut, das die einrichtungen kontrolliert werden. Aber die Ergebnisse sollten schon den Tatsachen entsprechen.