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Sex, Drugs and Rock’n’Roll im Altenheim

Geschrieben von Marc Boos am 3. Februar 2010
Schlagworte: , , | 1 Kommentar

Szene aus dem ARD-Film "Die Sspätzünder" (c) ARDRocco und die Herzschrittmacher rocken die Bühne. Das Publikum jubelt einer Band zu, deren Mitglieder jenseits der 80 sind. Mit Leidenschaft und einer großen Portion Selbstvertrauen performen sie auf unnachahmliche Weise einen Song, der gleichzeitig ihre Motto ist: Live is life. Hier und jetzt leben, jeden Tag aufs Neue die sich bietenden Chancen nutzen – auch und gerade im hohen Alter. Klingt kitschig, trivial und schmalzig? Ist es, und dennoch – oder gerade deshalb – ist der Film „Die Spätzünder“ so grandios.

Die ARD-Produktion bedient jedes Klischee. Da ist die verbiesterte Heimleiterin, die den alten Menschen keinen Spaß gönnt, sie sogar als senile und inkontinente Insassen beschimpft. Da ist der gerissene Degenhard, der heimlich ausbüchst um Spirituosen und Zigaretten ins Altenheim zu schmuggeln und sich mit der resoluten Sissi anfreunde. Die wird von ihrem Sohn aufs Abstellgleis geschoben und muss feststellen, dass sie hier wohl nur tot wieder rauskommt. Und da ist der lässige Rocco, der Sozialstunden im Altenheim leisten muss, und mit seiner natürlich unverbrauchten Art die eingetrocknete Lebensfreude der Bewohner wieder weckt. Gemeinsam mit ihm proben sie heimlich für den Bandwettbewerb – und gewinnen ihn nach einigen Turbulenzen natürlich auch.

Trotz der geballten Ladung an Stereotypen überzeugt der Film. Dazu tragen nicht nur die starken Charakterdarsteller wie Joachim Fuchsberger, Bibiana Zeller, Hans Michael Rehberg und Jan Josef Liefers bei. Es ist der Geist, der diesen Film durchzieht. Dieses moderne Märchen trifft ins  Herz der Zuschauer, weil es eine tiefe Sehnsucht bedient: Die Freude am Leben niemals zu verlieren, die eigenen Fähigkeiten einbringen und gemeinsam mit anderen schöne Stunden erleben zu können. Wenn ein Film zeigt, dass alte Menschen Experten fürs Leben sind, dann dieser.

Infos zu “Die Spätzünder

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1 Kommentar zu “Sex, Drugs and Rock’n’Roll im Altenheim”

  1. Ursula Neff sagt:

    Das war der beste Film seit Jahren.

    Ich hoffe, daß er vielen Mut gemacht hat, Ihr Alter anders zu gestalten.

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