Helga Rohra
Christine Czeloth-Walter
Maria-Magdalena Knorn
Kathrin Pläcking
Günter Schmidt
Hermann Depenbrock
Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen
Anke Schäflein
Bernhard Kraus

Mit ‘Demenz’ getaggte Artikel



gestalten & handeln

Demenz – die neue Herausforderung

Geschrieben von Helga Rohra am 22. November 2010
Schlagworte:  | 5 Kommentare

Vor vier Jahren habe ich die Diagnose Demenz erhalten. Mit 53 Jahren, mitten im Leben. Am Anfang fiel ich in ein tiefes Loch. Was bedeutete das für mich als studierte Dolmetscherin, die freiberuflich in den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften arbeitet? Für den Arzt und die Kassen sind wir Demenzerkrankte eine Herausforderung! Die Diagnose ist kaum mehr als eine klinische Erfassung. Ein Präparat soll beruhigen. Unverträglichkeiten und Präferenzen sind bei Kassenpatienten unwichtig. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und es gibt einiges, was ich den Ärzten zurufen möchte. (weiterlesen…)

staunen & schätzen

Bunte Seiten der Demenz

Geschrieben von Christine Czeloth-Walter am 2. November 2010
Schlagworte: , | 6 Kommentare

Menschen mit der Diagnose Demenz leben aus ihrer Vergangenheit, in ihrer Gegenwart und haben ein Recht auf Zukunft. Diese neue Perspektive habe ich gewonnen, als ich neun Jahre lang meine in der Demenz lebende Tante begleitete – mit vielen Höhen und Tiefen. Seither setze ich mich dafür ein, das düstere Bild, das oft von der Demenz gezeichnet wird, in ein farbiges zu wandeln.

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Verwirrt oder nicht, mobil oder nicht, pflegebedürftig oder nicht – in unserem Haus wohnen ganz unterschiedliche alte Menschen unter einem Dach. Wir schätzen diese Form des Zusammenlebens, weil uns die Gemeinschaft wichtig ist. Seit einiger Zeit haben wir auch kleine Wohngemeinschaften, die sehr stark auf die Bedürfnisse verwirrter alter Menschen abgestimmt sind. Ein tolles Modell, das Leben und Arbeiten verbindet.

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Alter Mann mit leerem Blick (c) DCV / KNAAls Altenpflegerin bin ich eine von den Festlandbewohnerinnen, die einen feinen alten Herrn auf der Insel seiner Demenz besuchen. Dieser Herr, sage ich immer stolz über meine Erkenntnis und meinen Fortschritt, bringt mir Geduld bei. Wie ein Zen-Meister. Nicht indem er Übungen mit mir macht, sondern indem er einfach so ist, wie er ist. Wenn ich zu ihm komme, geschieht das nicht absichtslos, ich habe was mit ihm vor: ich will ihn pflegen. Er liegt im Bett, er schaut. Ernst, denke ich, aber nicht grimmig. Ich weiß nicht, ob er aufs Festland rüberguckt oder übers Meer. Ich weiß nicht, ob er inselinterne Überlegungen anstellt. (weiterlesen…)

hoffen & wünschen

Der traurige Abschied vom Ich

Geschrieben von Günter Schmidt am 6. Juni 2010
Schlagworte: , , | 1 Kommentar

Mann im Altenheim (c) FotoliaDer Einzug in ein Altenheim ist ein einschneidendes Ereignis, das mit existenziellen Erfahrungen verbunden ist. In ihrer Gebrechlichkeit und Hilfebedürftigkeit stoßen die Bewohner an Grenzen. Manche sind so getroffen, dass sie nur schwer an ihre von Gott geschenkte Würde glauben können. Andere kommen mit der Erfahrung, dass sich ihr Leben, ihre Geschichte, ihre Biografie auflöst und im Nebel der Erinnerungsunfähigkeit verschwindet. „Ich vergesse so viel, ich weiß manchmal nicht mehr, wo ich bin. Das ist so schlimm, dass ich nur heulen könnte. Dann weiß ich nicht wohin, was soll ich tun, können Sie mir helfen?“ (weiterlesen…)

Zwiebeln und Kartoffeln schälenDies ist die Geschichte von Frau Schmidt. Die 85-Jährige lebt in unserer Hausgemeinschaft – und sie tut es gerne. Endlich ist sie nicht mehr alleine. Vorbei ist die Zeit, in der sie immer unsicherer wurde bei der Bewältigung ihres Alltags. Ihr schleichender Abschied von der Welt um sie herum, ist beendet. Das freut Frau Schmidt und ihre Angehörigen. Die hatten sich große Sorgen gemacht. (weiterlesen…)

Ärztin hält die Hand einer alten Frau © Sandor Kacso fotoliaWenn wir Ärzte alte Menschen besser behandeln wollen, müssen wir lernen diese zu verstehen. Ihre Lebensgeschichte und die individuelle Lebenssituation spielen dabei eine entscheidende Rolle. Oft ist das subjektive Empfinden des Patienten wichtiger als der „objektive“ Befund des Arztes. Deshalb sollte die Ausbildung der Ärzte im Bereich der Alterskrankheiten verbessert werden. Allein das Wissen über körperliche Erkrankungen reicht nicht aus. Der Arzt muss das Wechselspiel zwischen Leib und Seele begreifen. (weiterlesen…)

pflegen & begleiten

Leben wie in der Großfamilie

Geschrieben von Anke Schäflein am 9. Februar 2010
Schlagworte: , , | 4 Kommentare

Zwiebeln und Kartoffeln schälenWenn es darum geht, wie alte Menschen ihre letzten Lebensjahre verbringen, heißt es immer häufiger: Heim war gestern – Hausgemeinschaften sind heute. Jetzt geht’s also nur noch in eine Richtung. Alles andere ist abzuschreiben, aufzugeben, einzustampfen. Diese Fixierung auf ein Angebot halte ich für falsch, obwohl auch wir eine Hausgemeinschaft für 39 Männer und Frauen haben und damit sehr gute Erfahrungen machen. (weiterlesen…)

pflegen & begleiten

Ein zahnloses Lächeln wird zum Segen

Geschrieben von Bernhard Kraus am 18. Januar 2010
Schlagworte: , , | 3 Kommentare

Alter Mann im Bett - (c) Andrew Gentry - Fotolia

Mich beschäftigt die Erfahrung einer Mitarbeiterin der Demenz-Wohngruppe: „Wenn ich total im Stress bin und nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht, setze ich mich zu Herrn R., berühre vorsichtig seine Hand und warte, bis er mich mit großen Augen anschaut und sein zahnloser Mund zu lächeln beginnt. Ich lächle zurück, es wird in mir ruhiger und ich schöpfe neue Kraft.“ (weiterlesen…)