Björn Krause
Kathrin Pläcking
Dorothea Jöllenbeck
Gertrud Mäder
Prof. Dr. med. Hans Georg Nehen
Maria Wiegand
Günter Mosen
Prof. Dr. Peter Gross
Bernhard Kraus
Prälat Dr. Peter Neher

Mit ‘Pflege’ getaggte Artikel



pflegen & begleiten

Gegen das Imageproblem der Altenpflege

Geschrieben von Björn Krause am 12. Juli 2010
Schlagworte: , | 1 Kommentar

Altenpfleger und alte Dame (c) KNA / OppitzWarum gerade Altenpflege? Das haben mich Freunde und Bekannte schon häufiger gefragt. Wenn ich mich mit ihnen über meinem Berufsalltag unterhalte, habe ich oft das Gefühl, mich für meine Entscheidung rechtfertigen zu müssen. Fragen, die nur gestellt werden, um Bestätigung für das eigene negative Bild der Altenpflege zu bekommen, weiß ich mittlerweile gekonnt zu umschiffen. Viele würden ihr Bild der Pflege revidieren, wenn sie sich ernsthaft interessieren und ein eigenes Bild machen würden. (weiterlesen…)

Alter Mann mit leerem Blick (c) DCV / KNAAls Altenpflegerin bin ich eine von den Festlandbewohnerinnen, die einen feinen alten Herrn auf der Insel seiner Demenz besuchen. Dieser Herr, sage ich immer stolz über meine Erkenntnis und meinen Fortschritt, bringt mir Geduld bei. Wie ein Zen-Meister. Nicht indem er Übungen mit mir macht, sondern indem er einfach so ist, wie er ist. Wenn ich zu ihm komme, geschieht das nicht absichtslos, ich habe was mit ihm vor: ich will ihn pflegen. Er liegt im Bett, er schaut. Ernst, denke ich, aber nicht grimmig. Ich weiß nicht, ob er aufs Festland rüberguckt oder übers Meer. Ich weiß nicht, ob er inselinterne Überlegungen anstellt. (weiterlesen…)

„Bis dass ihr sterbt“, waren meine Worte, als ich in einem sonntäglichen Telefonat mit meiner Mutter über ihr Befinden sprach, sie sich kläglicher anhörte als gewohnt und ich mich sagen hörte: „Macht euch mal keine Sorgen, ich komme und versorge euch.“ Was für ein Satz für jemand, der damals am anderen Ende der Welt lebte. Der Liebe wegen war ich in die USA ausgewandert. Am 5. September 1998 fand ich mich mit Sack und Pack im Eingangsflur meines Elternhauses in Werther in Westfalen wieder. Für die nächsten sechs Jahre sollte mein Leben eine ganz besondere Nuance erhalten. (weiterlesen…)

Gertrud Mäder mit ihrer Mutter auf dem SofaWeihnachten 2007 war es so weit: Meine Mutter konnte nicht mehr alleine leben. Lange Jahre hatten wir es als Familie mit Haushaltshilfe und Pflegedienst geschafft, dass sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben konnte. Doch nun war das nicht mehr möglich. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten war klar: Es geht nicht mehr ohne regelmäßige Hilfe. Nun kam die große Herausforderung für die Familie. Wie schaffen wir die Pflege zuhause? (weiterlesen…)

Ärztin hält die Hand einer alten Frau © Sandor Kacso fotoliaWenn wir Ärzte alte Menschen besser behandeln wollen, müssen wir lernen diese zu verstehen. Ihre Lebensgeschichte und die individuelle Lebenssituation spielen dabei eine entscheidende Rolle. Oft ist das subjektive Empfinden des Patienten wichtiger als der „objektive“ Befund des Arztes. Deshalb sollte die Ausbildung der Ärzte im Bereich der Alterskrankheiten verbessert werden. Allein das Wissen über körperliche Erkrankungen reicht nicht aus. Der Arzt muss das Wechselspiel zwischen Leib und Seele begreifen. (weiterlesen…)

pflegen & begleiten

Mehr Anerkennung für pflegende Angehörige

Geschrieben von Maria Wiegand am 19. April 2010
Schlagworte: , | 1 Kommentar

Zwei Frauen blicken sich an (c) KNAIn unserer Gesellschaft gibt es viele Menschen, die unermüdlich und fast unbemerkt ihren Dienst verrichten. Sie pflegen ihre Angehörigen – zum Teil über Jahre hinweg. Die Pflegebedürftigen selbst haben mittlerweile wenige, dafür aber laute Fürsprecher – was gut und richtig ist. Doch was ist mit den pflegenden Angehörigen? Wir dürfen überall helfen, aber wenn wir uns zu Wort melden, werden wir ungern gehört, wenn nicht gar als störend empfunden. Das muss sich ändern. (weiterlesen…)

Sonntagabend, Krimiabend. Im Tatort stirbt ein 80-Jähriger an Herzversagen. Todesursache: Medikamentenvergiftung. Die Fassade der intakten Großfamilie bröckelt, als die Polizei ermittelt. Der Tod löst sich erst durch eine Videobotschaft auf, in der das in die Jahre gekommene Paar den Kindern schildert, warum es den Freitod vorzieht. Warum die beiden lieber sterben möchten, als ihren Kindern zur Last zu fallen oder in ein Altenheim zu gehen. Ich konnte diesen Tatort nicht anschauen, ohne an die Menschen und Schicksale in unseren Seniorenzentren zu denken, die wenig mit der großbürgerlichen Fernsehidylle zu tun haben. (weiterlesen…)

Prof. Dr. Peter Gross

Dass in unserer Gesellschaft so viele so gut so alt werden können, ist ein Glücksfall und keine Katastrophe. Das wird man doch zugeben. In den letzten 100 Jahren haben wir drei Jahrzehnte Lebenserwartung gewonnen. Ist das nicht großartig? Vor einem Jahrhundert noch gab es für die Menschen eher selten ein Altwerden. Wer alt wurde, wie der Großvater in Grimms Märchen, hatte sich mit einem hölzernen Schüsselchen hinter den Ofen zu setzen. (weiterlesen…)

pflegen & begleiten

Ein zahnloses Lächeln wird zum Segen

Geschrieben von Bernhard Kraus am 18. Januar 2010
Schlagworte: , , | 3 Kommentare

Alter Mann im Bett - (c) Andrew Gentry - Fotolia

Mich beschäftigt die Erfahrung einer Mitarbeiterin der Demenz-Wohngruppe: „Wenn ich total im Stress bin und nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht, setze ich mich zu Herrn R., berühre vorsichtig seine Hand und warte, bis er mich mit großen Augen anschaut und sein zahnloser Mund zu lächeln beginnt. Ich lächle zurück, es wird in mir ruhiger und ich schöpfe neue Kraft.“ (weiterlesen…)

Alte und junge Hände (c) KNA/DCVDie soziale und finanzielle Absicherung von Angehörigen, die unterstützungs- und pflegebedürftige sowie sterbende Menschen betreuen, ist ein Gebot der Gerechtigkeit und der Solidarität. Dies sollte analog zu den Leistungen geregelt werden, die für Pflege- und Erziehungszeiten bei Kindern gelten. Die Möglichkeiten, die das Pflegeweiterentwicklungsgesetz bietet – zehn Tage oder maximal sechs Monate Freistellung – sind gut. Ohne entsprechende Finanzhilfen ist dies aber nur von bestimmten Einkommensgruppen leistbar. (weiterlesen…)