Das Altern ist eine Herausforderung für jeden Menschen. Zum Glück kommt es langsam und in kleinen Dosen, sozusagen zum „Angewöhnen“. Aber wehe, man erkennt die Zeichen nicht, stellt auf stur und sagt: „Ich doch nicht!“ Als mir richtig klar war, dass ich Rentnerin bin, habe ich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Die kleinen und großen körperlichen Ausfälle habe ich ignoriert und mich wie eine Besessene mit Aufgaben und Beschäftigungen zugedröhnt. Zwecklos! Nein, umgekehrt ist es besser: Die Situation erkennen und das Beste für sich daraus machen. Davon will ich erzählen:
Plötzlich spielen meine Wünsche wieder eine Rolle
Gottes Wege sind wunderbar! Manchmal habe ich gelächelt, wenn meine Oma, die ich heiß und innig liebte, mit ihren „frommen Sprüchen“ kam. Heute weiß ich, wie recht sie hatte. Manchmal sind die Wege eben verschlungen und führen um Ecken, so dass man das Ende nicht sehen kann. Ich erkannte bald, dass dieses „mit dem Kopf gegen die Wand rennen“ einfach nichts brachte. Mit professioneller Unterstützung und Gottes Hilfe habe ich wieder auf den richtigen Weg gefunden. Meine Ängste waren besiegt. Ich konnte fröhlich Pläne für die Zukunft machen. In der spielten plötzlich auch meine Wünsche wieder einen Rolle.
Ich kann der Gesellschaft was geben
Da es immer mein größter Wunsch war, anderen Menschen helfend zur Seite zu stehen, musste ich nur noch die passende Aufgabe suchen. Fündig bin ich im Seniorenzentrum St. Elisabeth geworden. Das Ehrenamt dort verändert mein Leben. Es ist mir eine Ehre, dieses Amt zu bekleiden, durch das ich mich immer noch ein bisschen in die Gesellschaft einbringen kann.
Freude an jedem neuen Tag
Mein Leben hat sich nach dem Quantensprung der Erkenntnis in eine neue Richtung entwickelt. Mein morgendlicher Gedanke ist nicht mehr: Wieder ein Tag von diesem Leben dahin, sondern jetzt freue ich mich auf all die Aufgaben, die mich erwarten und wie ich sie zeitlich auf die Reihe bekomme. Ein herrliches Gefühl!
PS: Mir ist vollkommen klar, dass ich ein Mensch bin, der jeden Tag ein bisschen älter wird und eventuell selbst einmal Hilfe braucht. Aber dafür habe ich Vorsorge getroffen.
Gerlinde Szilleweit
ist 70 Jahre alt. Die ehemalige Fach-, Betriebs- und Allgemeinärztin lebt in Wilhemshorst und engagiert sich seit zwei Jahren ehrenamtlich im Seniorenzentrum St. Elisabeth.
Alte Menschen sind Experten fürs Leben, weil sie im Leben etwas geleistet haben, wovor wir große Achtung haben müssen.













[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Becker Stiftung, caritas_webfamilie erwähnt. caritas_webfamilie sagte: Vor dem #Alter kann niemand wegrennen. Eine Seniorin liefert Ideen für einen aktiven und interessanten Ruhestand. http://tinyurl.com/24ygwts [...]